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Kampagne gegen den Sicherheitsdienst Arndt
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Sicherheitsdienst Arndt:
Raus aus dem Abschiebelager Fürth!
Postkarte jetzt bestellen und verteilen!
res publica, Bayerischer Flüchtlingsrat, HipHop-Partisan und Brothers Keepers starten eine gross angelegte Informations- und
Protestkampagne gegen die menschenunwürdige und menschenrechtswidrige Behandlung von Flüchtlingen in
Abschiebelagern.
"Ausreisezentren" werden sie verharmlosend von den Behörden genannt und wurden deshalb prompt zum
Vize-Unwort des Jahres 2002. Denn "Ausreisezentren" sind Abschiebelager für Flüchtlinge und
MigrantInnen, die nicht abgeschoben werden können, weil sie keine Papiere haben. In den Abschiebelagern
werden Flüchtlinge und MigrantInnen massiv unter Druck gesetzt, mit dem Ziel, sie zur widerstandslosen,
"freiwilligen" Ausreise zu zwingen. Abschiebelager gibt es in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt
und Bayern.
Das bayerische Abschiebelager in Fürth (bei Nürnberg) ist eins der härtesten. Die Insassen
werden zwei mal wöchentlich verhört, bekommen ihre Essenspakete täglich, um ihre Anwesenheit
sicherzustellen, erhalten kein Bargeld, werden hinter einer doppelten Umzäunung eingesperrt und leben
völlig isoliert am äußersten Fürther Stadtrand. Offiziell dürfen sie zwar das Lager
verlassen, doch die Polizei macht ständig Scherereien, weil sie keine Pässe haben und damit gegen die
Ausweispflicht verstoßen, ihre Duldungen werden nicht als Ausweise anerkannt.
Eine zentrale Rolle im Fürther Abschiebelager spielt die Arndt - Sicherheit und Service GmbH, ein in
mehreren Bundesländern operierender Sicherheitsdienst, zu dessen größten Kunden das Versandhaus
Quelle und die Bundeswehr gehören. Der Sicherheitsdienst Arndt ist für die Bewachung des
Abschiebelagers in Fürth zuständig. Die Mitarbeiter, die die Pforte besetzen, können als einzige
das Drehkreuz am Eingang des Lagers öffnen, setzen das Besuchsverbot für die Insassen durch,
protokollieren, welche Flüchtlinge und Migranten das Lager wann verlassen oder betreten und rufen
regelmäßig die Polizei, sobald die Insassen sich nicht nach ihren Wünschen verhalten.
Doch das Abschiebelager Fürth steht auf wackeligen Beinen. Der bayerische Innenminister Beckstein steht
einem breiten Protest und z.T. massivem Widerstand gegenüber. Die bayerischen Wohlfahrtsverbände
haben sich noch vor Eröffnung des Lagers geweigert, die geplante "rückkehrorientierte Beratung und
Betreuung" zu übernehmen. Die bayerischen Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen laufen Sturm
gegen das Lager und organisierten im letzten Herbst die Aktionstage in Fürth, die zu einem bundesweiten
Medienecho geführt haben. Selbst Kirchen und Gewerkschaften protestieren gegen das Lager und fordern seine
Schließung.
Sollte nun auch noch der Sicherheitsdienst Arndt seinen Vertrag mit der "Zentralen Rückführungsstelle
Nordbayern" kündigen und den Einsatz im Abschiebelager Fürth beenden, bricht nach unserer
Einschätzung das Lagerkonzept zusammen. Und das scheint durchaus realistisch, denn der Sicherheitsdienst
Arndt hat sich ein besonderes Image verpasst, das sich leicht "beschmutzen" lässt: Auf seiner Website
verkündet er, nicht nur für das Thema Sicherheit zu leben: "Wir sind sowohl als Unternehmen wie auch
die einzelne Mitarbeiterin und der einzelne Mitarbeiter Teil der Gesellschaft und haben damit auch eine
Verantwortung für das Miteinander in der Gesellschaft". Deshalb trete er "aktiv für die gleichen
Rechte und Chancen für Frauen und Männer, für deutsche und ausländische Mitbürger"
ein.
res publica, HipHop Partisan und Brothers Keepers starten eine Informations- und Protestkampagne gegen die
menschenunwürdige und menschenrechtswidrige Behandlung von Flüchtlingen in Abschiebelagern. Mit einer
Postkartenaktion geben wir dem Sicherheitsdienst Arndt
unmissverständlich zu verstehen, dass wir die Bewachung des Ausreisezentrums Fürth ablehnen.
Postkarte jetzt bestellen und verteilen!
